Samstag, 21. Juli 2012


Die  zwei Tage in der "Hauptstadt des Bistums", in Coroata, waren so beeindruckend, dsss es mir schwerfällt, die vielen Eindrücke angemessen wiederzugeben.
Beeindruckend die Sorgfalt, mit der unser Besuch (unter anderem auch von Martinas Freundin Lindalva!) geplant war, angefangen von den beiden Autos samt Fahrer, die uns immer pünktlich von einem Ort zum nächsten brachten, über die extra für uns gekaufte neue Bettwäsche im Bistumszentrum, wo wir übernachtet haben, bis hin zu den Menschen, die an allen Besuchs-Orten bereits auf uns warteten und uns mit Freude empfingen. Ganz zu schweigen natürlich von dem leckeren Essen und Trinken, das uns überall serviert wurde.
Beeindruckend (und  bedrückend!) das Leid, das uns an so vielen Stellen berichtet wurde, sei es im zeitweise für deutsche Ärzte genutzten Notkrankenhaus des Bistums das Leid der Kranken, die in Scharen aus bis zu 1000 km angereist kommen, weil sie von den hiesigen Ärzten weder medizinisch noch menschlich würdig "behandelt" werden, sei es das Leid der Ex-Drogenabhängigen in den "Fazendas de Esperanza", das ihnen angetan wurde (wir haben 12- und 13jährige gesehen, denen die Drogen von älteren "Freunden" verabreicht wurden!) und das sich selber und anderen angetan haben, sei es das Leid der Landarbeiter, die aus ihren Dörfern vertrieben werden, weil jemand sich das Landrecht unter den Nagel gerissen hat und das Land zu Spekulationszwecken oder zur Viehzucht von Palmen und Menschen "säubern" möchte.
Beeindruckend aber auch die Menschen, die sich für das Leben und die Würde dieser leidenden Menschen einsetzen: Tuinha und Martin bei der Landpastoral, Pater Luis auf den Fazendas, Schwester Veronika im Krankenhaus - und die vielen anderen, die mit ihnen haupt- oder ehrenamtlich dem unermesslich scheinenden Leid ihr Engagement, ihren Widerstand, ihre Liebe und auch ihre gläubige Zuversicht entgegensetzen.
Sehr gefreut haben wir uns über die Rückmeldung eines Ex-Drogenabhängigen, dass er unser CAC-Projekt auch als eine Art Prävention gegen eine Suchtkarriere der Kinder sieht und wichtig findet.
Und besonders gefreut haben wir uns auch über den Bischof, der zwei Mal extra zu uns ins Zentrum kam, um sich zu erkundigen, wie es uns geht, und der uns dann noch in sein Haus zum Mittagessen einlud, bei dem er selber uns bei Tisch bediente und verwöhnte. Beim anschließenden Gespräch, für das er sich richtig viel Zeit nahm, erkundigte er sich ausführlich über unsere Erfahrungen, unser Projekt und unser Jugendaustausch  und erzählte auch von sich und seiner nicht immer leichten Arbeit. In einer Nebenbemerkung ließ er durchblicken, dass es ihm nicht zuletzt deswegen ein besonderes Anliegen gewesen sei, uns einzuladen (Eleana erzählte, dass er uns ursprünglich eine Woche nach Coroata hatte einladen wollen!), weil ihm das Treffen in Münster so gefallen habe und weil er gewusst habe, dass der Pfarrer hier in Timbiras sich nicht um uns und das Projekt kümmern werde und er das ein wenig habe ausgleichen wollen. Danke, Dom Sebastiao!


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