Die
zwei Tage in der "Hauptstadt des Bistums", in Coroata, waren
so beeindruckend, dsss es mir schwerfällt, die vielen Eindrücke angemessen
wiederzugeben.
Beeindruckend die Sorgfalt, mit der
unser Besuch (unter anderem auch von Martinas Freundin Lindalva!) geplant war,
angefangen von den beiden Autos samt Fahrer, die uns immer pünktlich von einem
Ort zum nächsten brachten, über die extra für uns gekaufte neue Bettwäsche im
Bistumszentrum, wo wir übernachtet haben, bis hin zu den Menschen, die an allen
Besuchs-Orten bereits auf uns warteten und uns mit Freude empfingen. Ganz zu
schweigen natürlich von dem leckeren Essen und Trinken, das uns überall
serviert wurde.
Beeindruckend (und bedrückend!) das Leid, das uns an so vielen
Stellen berichtet wurde, sei es im zeitweise für deutsche Ärzte genutzten
Notkrankenhaus des Bistums das Leid der Kranken, die in Scharen aus bis zu 1000
km angereist kommen, weil sie von den hiesigen Ärzten weder medizinisch noch
menschlich würdig "behandelt" werden, sei es das Leid der
Ex-Drogenabhängigen in den "Fazendas de Esperanza", das ihnen angetan
wurde (wir haben 12- und 13jährige gesehen, denen die Drogen von älteren
"Freunden" verabreicht wurden!) und das sich selber und anderen
angetan haben, sei es das Leid der Landarbeiter, die aus ihren Dörfern
vertrieben werden, weil jemand sich das Landrecht unter den Nagel gerissen hat
und das Land zu Spekulationszwecken oder zur Viehzucht von Palmen und Menschen
"säubern" möchte.
Beeindruckend aber auch die Menschen,
die sich für das Leben und die Würde dieser leidenden Menschen einsetzen:
Tuinha und Martin bei der Landpastoral, Pater Luis auf den Fazendas, Schwester
Veronika im Krankenhaus - und die vielen anderen, die mit ihnen haupt- oder
ehrenamtlich dem unermesslich scheinenden Leid ihr Engagement, ihren
Widerstand, ihre Liebe und auch ihre gläubige Zuversicht entgegensetzen.
Sehr gefreut haben wir uns über die
Rückmeldung eines Ex-Drogenabhängigen, dass er unser CAC-Projekt auch als eine
Art Prävention gegen eine Suchtkarriere der Kinder sieht und wichtig findet.
Und besonders gefreut haben wir uns
auch über den Bischof, der zwei Mal extra zu uns ins Zentrum kam, um sich zu
erkundigen, wie es uns geht, und der uns dann noch in sein Haus zum Mittagessen
einlud, bei dem er selber uns bei Tisch bediente und verwöhnte. Beim
anschließenden Gespräch, für das er sich richtig viel Zeit nahm, erkundigte er
sich ausführlich über unsere Erfahrungen, unser Projekt und unser
Jugendaustausch und erzählte auch von
sich und seiner nicht immer leichten Arbeit. In einer Nebenbemerkung ließ er
durchblicken, dass es ihm nicht zuletzt deswegen ein besonderes Anliegen
gewesen sei, uns einzuladen (Eleana erzählte, dass er uns ursprünglich eine
Woche nach Coroata hatte einladen wollen!), weil ihm das Treffen in Münster so
gefallen habe und weil er gewusst habe, dass der Pfarrer hier in Timbiras sich
nicht um uns und das Projekt kümmern werde und er das ein wenig habe
ausgleichen wollen. Danke, Dom Sebastiao!
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