Samstag, 21. Juli 2012

Nicht vorenthalten moechte ich Euch auch einen Text von Shakespeare, den eine Theatergruppe uns bei unserem Besuch von Edelsons Uni in Codo vorgespielt hat. Der portugiesische Titel heisst "O Menestrel" (vielleicht kann ja jemand herausbekommen, wie die deutsche Version heisst), und der Text lautet uebersetzt so und passt doch wirklich hervorragend zu unserer Situation:


Nach einiger Zeit Begreifst du den Unterschied, den feinen Unterschied zwischen dem Reichen einer Hand und dem Fesseln einer Seele.
Und du begreifst, dass Lieben nicht bedeutet, sich zu stützen, und  Begleitung nicht Sicherheit.
Du beginnst zu begreifen, dass Küsse keine Verträge sind und Geschenke keine Versprechen.
Du beginnst deine Niederlagen zu akzeptieren mit erhobenem Kopf und dem Blick nach vorne, mit der Würde eines Erwachsenen und nicht mit der Traurigkeit eines Kindes.
Du begreifst, alle deine Wege im Heute zu errichten, weil das Gelände von Morgen zu unsicher ist zum Planen und weil die Zukunft die Angewohnheit hat, ins Nichts zu stürzen.
Nach einiger Zeit begreifst du, dass die Sonne dich verbrennt, wenn du dich ihr zu lange aussetzt. Und du begreifst, dass es nichts ausmacht, wie bedeutend du bist, weil einige Menschen einfach nicht bedeutend sind...  Und du akzeptierst, dass, egal wie gut ein Mensch ist, er dich manchmal verletzen wird und du ihm das vergeben musst. Du begreifst, dass Reden emotionale Schmerzen lindern kann.
Du entdeckst, dass es Jahre braucht um Vertrauen aufzubauen, aber nur Sekunden, um es zu zerstören - und dass du in einem kleinen Moment Sachen machen kannst, die du für den Rest deines Lebens bereust.
Du begreifst, dass wahre Freundschaften beständig wachsen - selbst über weite Entfernungen. Und dass es nicht wichtig ist, was du hast im Leben, sondern wen du hast. Und dass gute Freunde eine Familie sind, die uns erlaubt auszuwählen.
Du begreifst, dass wir nicht unsere Freunde wechseln müssen, wenn wir verstehen, dass die Freunde wechseln...
Du begreifst, dass deine besten Freunde und du jede Sache machen können - oder auch nichts - und ihr gute Momente miteinander haben werdet.
Du entdeckst, dass die Menschen, die dir am meisten bedeuten im Leben, sehr schnell von dir genommen werden können...; deswegen müssen wir immer die Menschen, die wir lieben, mit liebevollen Worten zurücklassen, denn es könnte das letzte Mal sein, dass wir uns sehen.
Du begreifst, dass die Umstände und die Umgebung Einfluss haben auf uns, aber wir sind selber verantwortlich für sie.
Du beginnst zu begreifen, dass man sich nie vergleichen darf mit den anderen, wohl aber mit dem besten, was man sein könnte.
Du entdeckst, dass du viel Zeit brauchst um die Person zu werden, die du sein möchtest, und dass die Zeit kurz ist.
Du begreifst, dass nicht wichtig ist, woher du kommst, aber wohin du gehst..., aber wenn du nicht weißt, wohin du gehst, jeder Weg recht sein kann.
Du begreifst, dass entweder du deine Handlungen steuerst oder sie dich... und dass flexibel zu sein nicht bedeutet schwach zu sein oder keine Persönlichkeit zu haben, denn egal wie fein oder zerbrechlich eine Situation ist, immer gibt es zwei Seiten.
Du begreifst, dass Helden die Menschen sind, die tun, was notwendig ist und die den Konsequenzen ins Auge blicken.
Du begreifst, dass Geduld viel Übung braucht.  Du entdeckst, dass manchmal der Mensch, von dem du erwartest, dass erauf dich schießt, wenn du fällst, einer von den wenigen ist, die dir helfen aufzustehen.
Du begreifst, dass Reife mehr zu tun hat mit den Erfahrungen die du hast oder die du gesammelt hast als damit, wie viele Geburtstage du gefeiert hast.
Du begreifst, dass du mehr von deinen Eltern in dir hast als du angenommen hast.
Du begreifst, dass du niemals einem Kind sagen darfst, dass seine Träume Blödsinn sind. Nur wenige Sachen sind so erniedrigendwie dies, und es wäre eine Tragödie, wenn das Kind dir glauben würde. Du begreifst, dass du, wenn du wütend bist, das Recht hast, wütend zu sein, aber nicht das Recht, grausam zu sein.
Du entdeckst, dass die Tatsache, dass jemand dich nicht so liebt, wie du es gerne hättest, nicht bedeutet, dass dieser Mensch dich nicht nach Kräften liebt, denn es gibt Menschen, die uns lieben, aber einfach nicht wissen, wie sie das zeigen oder leben können. Du begreifst auch, dass es manchmal nicht ausreicht, dass jemand einem vergibt... manchmal musst du lernen dir selber zu vergeben.
Du begreifst, dass du mit der selben Strenge, mit der du urteilst, einmal verurteilt werden wirst. Du begreifst, dass es nicht entscheidend ist, in wie viele Stücke dein Herz geteilt worden ist - die Welt bleibt nicht stehen, damit du es wieder zusammensetzen kannst.
Du begreifst, dass die Zeit nicht etwas ist, das wieder zurückkommt. Daher pflanze deinen Garten und schmücke deine Seele, und hoffe, dass irgendwann jemand ihr Blumen bringt.
Und du begreifst, dass du wirklich etwas ertragen kannst, dass du wirklich stark bist und sehr viel länger gehen kannst als du dachtest. Und dass wirklich das Leben wertvoll ist und du wertvoll bist durch das Leben.
Unsere Zweifel sind Verräter und sorgen dafür, dass wir das Gute verlieren, das wir erreichen könnten, wenn wir nicht die Angst davor hätten, etwas zu versuchen.
(William Shakespeare)

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