Heute
möchte ich ein wenig das Projekt unseres Jugendaustasuches beschreiben, nämlich
die Renovierung des CAC-Hauses und der Spielplatz auf dem Gelände.
In
der letzten Woche hat das Streichen der Wände des Hauses - von innen und von
außen - den Hauptteil unserer Arbeit hier ausgemacht. Unsere Freunde hier
hatten alles gut vorbereitet und Geld sowie Sachspenden (Farben, Utensilien
etc.) gesammelt, so dass wir relativ zügig beginnen konnten. Dass dabei immer
mehr Zeit als geplant draufgeht für die vorbereitenden Arbeiten wie Freiräumen,
Säubern und Abkleben, wäre in Deutschland nicht viel anders. Außer dass man
"dort" bestimmt nicht so oft einen großen Gecko findet, der sich dort
häuslich eingerichtet hat und es gar nicht so schön findet, dass er (bestimmt
nur vorübergehend!) eine neue Bleibe suchen muss. Das Besondere an unserer
Arbeit war, dass wir die Kinder, die zu den CAC-Gruppen kommen, mit einbezogen
haben, und zwar nicht nur als Beschäftigungs-Therapie oder als
Arbeits-Erleichterung (das Gegenteil war der Fall!), sondern damit sie durch
ihre eigene Arbeit ihr Haus mehr schätzen lernen, und auch deswegen, weil das
Streichen für sie eine hervorragende (psycho-)motorische Übung war.
Das
ganze lief also so ab, dass immer ein "streichkundiger" Brasilianer
und Deutscher sich das "technische" Vorgehen überlegt haben und eine
Förderkraft des Hauses zusammen mit Eleana oder Martina die pädagogische
Umsetzung besprochen haben, zum Beispiel, wie die Kinder mitarbeiten können und
welcher Erwachsene mit welchem Kind zusammenarbeitet. Und dieses Miteinander -
von der kleinsten Ecke bis zur Fläche direkt am höchsten Giebel - hat allen
Beteiligten sehr viel Spaß gemacht.
Neu für uns war, dass weiße Flächen hier
meist nur gekälkt werden, was in Deutschland ja heutzutage weniger praktiziert
wird. Auch die anschließende Säuberung
mit zentimetertiefem Wasser, das per Schrubber wieder zu den Türen
herausbefördert wird, ist ein echtes Erlebnis.
In
dieser Woche stand nun der Spielplatz auf dem Programm. Auch hier waren unsere
Partner gut vorbereitet: es waren zwei Fachkräfte angeheuert worden, die die
Hölzer für die Gestelle bereits vorbereitet hatten und Montag damit begannen,
die Löcher zu graben und die Einzelteile zu bearbeiten, aufzurichten und zu
verbinden. Der Spielplatz besteht aus einem niedrigeren Gestell mit zwei
Schaukeln und einem etwas höheren und größeren mit zwei Schaukeln und einer
Plattform, auf die eine Leiter und eine Seil-Konstruktion hinauf- und von der
eine Rutsche (aus Holz) herunterführt.
Hier
konnten wir nur sehr wenig mitarbeiten, zum einen aus Sicherheitsgründen, zum
anderen, weil einfach nicht mehr als zwei bis drei Leute dort benötigt wurden.
Unser Part war statt dessen die Vorbereitung eines Sandkastens (2 x 2 Meter).
Hier liefen - ganz klischeemäßig - die Mädels beim Färben von Sand und zum
Befüllen der Plastikflaschen, die als Umrandung dienen sollen und die Jungs
beim Ausheben des Bodens zu wahrer Höchstform auf. Das Arbeiten in der Sonne
steigerte unseren Respekt vor den beiden "Profis", die zwei Tage lang
nur mit einer kurzen Mittagspause ihre schwere Arbeit in der prallen Sonne
verrichteten. Was nun noch zu tun bleibt, ist das Streichen der Geräte, das
Fertigstellen des Sandkastens und das Verteilen des restlichen und schon angelieferten
Sandes auf dem Spielplatzgelände.
Gestern
abend haben wir dann aus Anlass des "Bergfestes", als Dankeschön und
zum Begutachten der ersten Arbeitsschritte unsere Gastfamilien ins Vereinshaus
eingeladen und ihnen unsere "multimediale" Präsentation über Deutschland
(Informationen, Tanz, Musik, Essen, das typische deutsche Spiel Plumpsack
musste leider ausfallen, weil es schon spät war und die Brasilianer es ohnehin
auch kennen....). Dabei wurden die Spielgeräte bereits von den Kindern
begeistert in Anspruch genommen, was uns natürlich total gefreut hat.
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