Samstag, 21. Juli 2012


Heute möchte ich ein wenig das Projekt unseres Jugendaustasuches beschreiben, nämlich die Renovierung des CAC-Hauses und der Spielplatz auf dem Gelände.
In der letzten Woche hat das Streichen der Wände des Hauses - von innen und von außen - den Hauptteil unserer Arbeit hier ausgemacht. Unsere Freunde hier hatten alles gut vorbereitet und Geld sowie Sachspenden (Farben, Utensilien etc.) gesammelt, so dass wir relativ zügig beginnen konnten. Dass dabei immer mehr Zeit als geplant draufgeht für die vorbereitenden Arbeiten wie Freiräumen, Säubern und Abkleben, wäre in Deutschland nicht viel anders. Außer dass man "dort" bestimmt nicht so oft einen großen Gecko findet, der sich dort häuslich eingerichtet hat und es gar nicht so schön findet, dass er (bestimmt nur vorübergehend!) eine neue Bleibe suchen muss. Das Besondere an unserer Arbeit war, dass wir die Kinder, die zu den CAC-Gruppen kommen, mit einbezogen haben, und zwar nicht nur als Beschäftigungs-Therapie oder als Arbeits-Erleichterung (das Gegenteil war der Fall!), sondern damit sie durch ihre eigene Arbeit ihr Haus mehr schätzen lernen, und auch deswegen, weil das Streichen für sie eine hervorragende (psycho-)motorische Übung war.
Das ganze lief also so ab, dass immer ein "streichkundiger" Brasilianer und Deutscher sich das "technische" Vorgehen überlegt haben und eine Förderkraft des Hauses zusammen mit Eleana oder Martina die pädagogische Umsetzung besprochen haben, zum Beispiel, wie die Kinder mitarbeiten können und welcher Erwachsene mit welchem Kind zusammenarbeitet. Und dieses Miteinander - von der kleinsten Ecke bis zur Fläche direkt am höchsten Giebel - hat allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht.

Neu für uns war, dass weiße Flächen hier meist nur gekälkt werden, was in Deutschland ja heutzutage weniger praktiziert wird.  Auch die anschließende Säuberung mit zentimetertiefem Wasser, das per Schrubber wieder zu den Türen herausbefördert wird, ist ein echtes Erlebnis.
In dieser Woche stand nun der Spielplatz auf dem Programm. Auch hier waren unsere Partner gut vorbereitet: es waren zwei Fachkräfte angeheuert worden, die die Hölzer für die Gestelle bereits vorbereitet hatten und Montag damit begannen, die Löcher zu graben und die Einzelteile zu bearbeiten, aufzurichten und zu verbinden. Der Spielplatz besteht aus einem niedrigeren Gestell mit zwei Schaukeln und einem etwas höheren und größeren mit zwei Schaukeln und einer Plattform, auf die eine Leiter und eine Seil-Konstruktion hinauf- und von der eine Rutsche (aus Holz) herunterführt.
Hier konnten wir nur sehr wenig mitarbeiten, zum einen aus Sicherheitsgründen, zum anderen, weil einfach nicht mehr als zwei bis drei Leute dort benötigt wurden. Unser Part war statt dessen die Vorbereitung eines Sandkastens (2 x 2 Meter). Hier liefen - ganz klischeemäßig - die Mädels beim Färben von Sand und zum Befüllen der Plastikflaschen, die als Umrandung dienen sollen und die Jungs beim Ausheben des Bodens zu wahrer Höchstform auf. Das Arbeiten in der Sonne steigerte unseren Respekt vor den beiden "Profis", die zwei Tage lang nur mit einer kurzen Mittagspause ihre schwere Arbeit in der prallen Sonne verrichteten. Was nun noch zu tun bleibt, ist das Streichen der Geräte, das Fertigstellen des Sandkastens und das Verteilen des restlichen und schon angelieferten Sandes auf dem Spielplatzgelände.

Gestern abend haben wir dann aus Anlass des "Bergfestes", als Dankeschön und zum Begutachten der ersten Arbeitsschritte unsere Gastfamilien ins Vereinshaus eingeladen und ihnen unsere "multimediale" Präsentation über Deutschland (Informationen, Tanz, Musik, Essen, das typische deutsche Spiel Plumpsack musste leider ausfallen, weil es schon spät war und die Brasilianer es ohnehin auch kennen....). Dabei wurden die Spielgeräte bereits von den Kindern begeistert in Anspruch genommen, was uns natürlich total gefreut hat.

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