Samstag, 28. Juli 2012


Wer hat an der Uhr gedreht....?
Kaum zu glauben, dass unsere letzte Woche in Timbiras sich schon fast dem Ende zuneigt. Sie stand und steht unter dem Motto "Was wir unbedingt noch tun möchten...", und das ist so viel, dass ich nur einiges andeuten kann.
Natürlich war es uns besonders wichtig unser Projekt zu beenden, was wir auch mit HIlfe unserer Freunde geschafft haben. Haus und Spielgeräte sind nun fertig gestrichen, der Sandkasten mit den bunten Flaschen umrandet und mit Sand gefüllt, der restliche Sand auf dem Gelände verteilt.
Dann war es uns noch wichtig, die Natur hier ausführlich zu erleben: Sonnenauf- und -untergang, das Besteigen eines Berges mit wunderbarem Blick über Timbiras, verschiedene Fahrten in das immer wieder bezaubernde "Interior" (Hinterland), der Besuch des Wochenmarktes und anderes. Als nächstes wollten wir noch einige für Timbiras typische kulturelle Leckerbissen so kennen lernen, dass wir sie mit nach Deutschland bringen können: Lieder (u.a. mit dem Jugendchor), Tanz (die Jugendlichen üben gerade Quadrilha), Essen (jedeR hat ein Gericht gelernt)...
ein Teil von Timbiras - aus der Vogelperspektive...

Und außerdem haben wir (bzw. habe ich) noch einige Personen kennen gelernt, die sich mit ihren ganz speziellen Fähigkeiten für das Gemeinwohl engagieren. Zum Beispiel eine Equipe, die sich für den Kinder- und Jugendschutz einsetzt und dafür viel Kritik einstecken muss. Oder Piedade und ihren Mann, die sich auch über den Tod ihrer geistig und körperlich behinderten Tochter Ana Carolina hinaus für die Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in diese von Unsicherheit, Unwissenheit und Vorurteilen durchsetzte Gesellschaft engagieren. Oder Rosimar, die als Heilpraktikerin mit einfachen Mitteln vielen Menschen hier besser und günstiger helfen kann als so mancher Arzt. Oder eine Gruppe junger Erwachsener ("fonte de vida"), die im Geist des Heiligen Franziskus völlig arm und nur von Spenden leben und versuchen, Kindern und Jugendlichen durch Theater, Tanz, Musik und Kunst den Weg in ein besseres Leben zu zeigen. Oder die brasilianischen Palottiner-Schwestern, die die verschiedenen relativ autonomen Gruppen der Gemeinde koordinieren. Oder die Mitglieder einer "politischen" Jugendgruppe, die versuchen, durch Diskussionen und Theater ihr kritisches Bewusstsein zu schärfen. Oder auch die Menschen in Alegria (einem "Interior"), die mit Hilfe der Land-Pastoral (Martin und Tuinha kannten wir ja bereits aus Coroata) versuchen, gegen den Widerstand des Großgrundbesitzers ein würdiges Leben in Einklang mit der Natur für die dort lebenden 400 Familien zu erstreiten. Und bestimmt habe ich noch einige vergessen.

Ihr seht, dass unser Kalender noch prall gefüllt ist. In den nächsten Tagen stehen noch Auswertungen und Verabschiedungen auf dem Programm. Und ich habe den Eindruck, dass alle das gerne noch ein wenig hinauszögern würden. Aber der Rückflug steht fest und lässt sich nicht um eine Woche nach hiinten verschieben wie bei Marita, von der wir uns schon gestern morgen verabschiedet haben. Montag morgen fahren wir dann von hier aus nach Barrerinhas in die Lencoes, ein Naturschutzgebiet, ca. 200 km westlich von Sao Luis am Meer gelegen, mit Sanddünen und Süßwasserseen, und dann am nächsten Donnerstag nach Sao Luis um von dort aus unseren Rückweg anzutreten. Alles Weitere wahrscheinlich erst danach...
Ate logo!

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